Jane Eyre
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Charlotte Brontë
1847

Jane Eyre

von Charlotte Brontë
AutorCharlotte Brontë
Erschienen1847
Seiten~507
SpracheDeutsch
LizenzGemeinfrei
Geschätzte Lesezeit
~13 Stunden · 507 Seiten · 439 Wörter Editorialtext
13h
Lesezeit

Über das Buch

Jane Eyre, 1847 von Charlotte Brontë erschienen, ist einer der frühen Romane, der eine weibliche Erzählstimme nicht als Ausnahme, sondern als selbstverständliche erste Person einführt. Jane Eyre, verwaist, aufgewachsen in einem feindseligen Verwandtenhaushalt und einer kalten Internatsschule, wird Gouvernante auf Thornfield Hall — dem Landsitz des launischen, aufbrausenden Mr. Rochester. Sie verliebt sich in ihn. Als sie am Hochzeitstag erfährt, dass Rochester eine lebende Frau im Dachgeschoss hält — die geisteskranke Bertha Mason — verlässt sie das Haus.

Themen und Bedeutung

Jane Eyres Insistenz auf Gleichwertigkeit — ihr berühmtes Ich bin kein Vogel; kein Netz fängt mich — ist 1847 kein literarischer Gemeinplatz, sondern eine Provokation. Was Brontë beschreibt, ist die Entwicklung einer Frau, die ihren eigenen moralischen Maßstab gegen den sozialen setzt und ihn durchhält — auch gegen ihre eigene Gefühlslage. Janes Entscheidung, Thornfield zu verlassen, ist keine romantische Geste, sondern eine ethische: Sie weigert sich, das Fundament ihrer Beziehung auf einer Lüge aufzubauen.

Die Figur der Bertha Mason ist im 20. Jahrhundert als das Verdrängte in Janes Geschichte gelesen worden — das Wilde, das Rochester eingesperrt hat und das Jane selbst nicht sein darf. Jean Rhys' Wide Sargasso Sea (1966) schreibt Berthas Geschichte, und diese Lesart hat Brontës Roman dauerhaft komplexiert.

Warum heute lesen?

Jane Eyre ist kein einfaches Buch über eine starke Frau — es ist ein Buch über die Bedingungen, unter denen Stärke überhaupt möglich ist, und was es kostet. Janes moralische Integrität ist real, aber sie ist nicht kostenlos: Sie hat jahrelange Erniedrigung hinter sich, als sie nach Thornfield kommt. Was Brontë zeigt, ist, wie Charakter unter schlechten Bedingungen entsteht — nicht trotz ihnen, sondern durch sie. Das macht den Roman dauerhaft lesbar, jenseits des romantischen Rahmens.

Charlotte Brontë schrieb den Roman in wenigen Monaten. Jane Eyre hat die Kontrolle einer Erzählung, die genau weiß, was sie will. Was gelegentlich als Romantik gelesen wird, ist bei Brontë Überzeugung: Jane Eyres moralische Konsequenz ist keine sentimentale Geste, sondern das Ergebnis einer Erzählung, die ihrer Protagonistin Intelligenz und Würde zubilligt, ohne ihr eine unrealistische Macht zu geben. Das macht sie zu einer der wenigen Heldinnen der viktorianischen Literatur, die nicht durch das Ende des Romans, sondern durch den Weg dorthin definiert wird.

📚 Wussten Sie schon?

Thomas Mann schrieb Buddenbrooks mit nur 26 Jahren — für den Roman erhielt er später den Nobelpreis.

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