Also sprach Zarathustra
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Friedrich Nietzsche
1883

Also sprach Zarathustra

von Friedrich Nietzsche
AutorFriedrich Nietzsche
Erschienen1883
Seiten~352
SpracheDeutsch
LizenzGemeinfrei
Geschätzte Lesezeit
~9 Stunden · 352 Seiten · 474 Wörter Editorialtext
9h
Lesezeit

Über das Buch

Also sprach Zarathustra, 1883 bis 1885 in vier Teilen erschienen, ist Nietzsches persönlichstes und formal eigenwilligstes Werk — kein philosophischer Traktat, sondern ein philosophischer Roman in Prophetensprache. Zarathustra, ein Weiser, der zehn Jahre in der Bergeinsamkeit verbracht hat, steigt herab, um der Menschheit drei Botschaften zu bringen: Gott ist tot; der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll; alles kehrt ewig wieder. Er trifft auf Gleichgültigkeit, Missverständnis und die Erschöpfung des eigenen Gedankens — und kehrt immer wieder in seine Einsamkeit zurück.

Themen und Bedeutung

Der Übermensch ist Nietzsche am meisten missverstanden worden. Er ist keine Rasse, kein Herrenmenschen-Typus, kein biologisches Ideal. Er ist ein philosophisches Programm: die Überwindung der Verneinung des Lebens, die Nietzsche in der christlichen Moral diagnostiziert. Wer die eigene Existenz aus eigenen Werten bejaht, statt sie an transzendente Instanzen zu delegieren — das ist Zarathustras Adressat. Die Botschaft klingt triumphierend; der Tonfall des Buches ist oft melancholisch: Zarathustra spricht, und niemand versteht ihn.

Der ewige Wiederkehr-Gedanke ist der konsequenteste im Buch: Wenn du so leben würdest, dass du jede Sekunde unendlich oft wiedererleben wolltest — würdest du so leben wie jetzt? Nietzsche stellt das nicht als Metaphysik, sondern als ethischen Test: eine Prüfung der Bejahung des eigenen Lebens, die keine Ausflüchte erlaubt.

Warum heute lesen?

Also sprach Zarathustra ist das am häufigsten zitierte und am seltensten vollständig gelesene Werk Nietzsches — und das zu seinem Schaden. Der Gesamtbogen des Textes, die wiederkehrende Einsamkeit Zarathustras, sein Scheitern als Lehrer, seine Erschöpfung an der eigenen Botschaft, ist ernüchternder als die Aphorismen-Kultur, die das Buch hervorgebracht hat. Nietzsche stellt keine komfortablen Thesen — er beschreibt einen Zustand der Freiheit, der keine Sicherheitsnetze hat, und macht dem Lesenden klar, dass das der Preis ist.

Nietzsche schrieb Zarathustra in einem Zustand, den er selbst als Inspiration beschrieb — schnell, in kurzen konzentrierten Phasen. Der Text hat eine Unmittelbarkeit und eine Kürze der Bilder, die das Ergebnis dieser Entstehungsweise sind. Wer langsam liest, findet in jedem Abschnitt mehr als das erste Lesen zeigt. Das ist der Grund, aus dem das Buch zu denen gehört, bei denen eine zweite Lektüre eine andere ist als die erste.

📚 Wussten Sie schon?

Thomas Mann schrieb Buddenbrooks mit nur 26 Jahren — für den Roman erhielt er später den Nobelpreis.

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